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Apulien 2010

Reiseberichte vom Absatz des italienischen Stiefels

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Fri
6
Aug '10

Brindisi

Heute war als Besuchsort Brindisi dran, unter anderem, weil man’s unter dem Namen “Brundisium” aus dem Latein-Lehrbuch kennt. Die Fahrt dorthin war relativ problemlos, da Brindisi knappe 30 Minuten mit dem Regionalzug von Lecce entfernt ist. Da fährt man einfach mal hin, schaut sich um, und kann dann wieder gehen.

Auch Brindisi ist ein Ort, der deutlich militiarisiert ist. Das merkt man etwa daran, dass die Burg von Brindisi Standort von irgendeinem Militärkommando ist (Marine?), und im Hafen etwa ein Kriegsschiff angedockt war. Und auch so waren auf der Straße mehr als genug uniformierte Leute zu sehen.

Das Sehenswerte an Brindisi ist eigentlich schnell durchgegangen: zum einen der Hafen von Brindisi, der in seiner Grundform natürlich ist und daher schon seit der Antike den Standort prädestiniert als Hafen machte. An Sehenswürdigkeiten gibt es etwa eine alte römische Säule zu sehen, von der sich die Reiseführer nicht sicher sind, ob das jetzt eine der zwei Endsäulen der Via Appia in Brundisium war (die andere Säule steht übrigens in Lecce), oder nicht doch einfach eine Markierung der Hafenanlage, die auch vom Meer aus zu sehen war.

Weiter drinnen in der Altstadt sind (wieder mal) diverse Kirchen zu sehen, von denen ich allerdings nur eine besichtigt habe (in einer anderen fand grad eine Hochzeit statt, die anderen waren einfach geschlossen), und zwar die Chiesa San Giovanni al Sepolcro, besonders erwähnenswert wegen der zu besichtigenden Wandmalereien aus dem 11. bis 14. Jahrhundert.

Das archäologische Museum (fast jede Stadt hier scheint eines zu haben, aus gutem Grunde) war leider zu, also blieb sonst nur ein Mussolini-Denkmal von 1940. In Österreich und Deutschland wäre etwas vergleichbares völlig undenkbar, dass sowas noch stehen würde.

Die Via-Appia-Säule

Den Abschluss bildete schließlich ein üppiges Menü von großartigen Meeresfrüchten-Antipasti und gegrilltem Schwertfisch direkt am Hafen, sowie ein gemütlicher Spaziergang zurück zum Bahnhof. Dort wurde ich dann völlig ohne Anlass von zwei Polizisten angehalten, mein Ausweis wurde kontrolliert, und Name, Passnummer und Geburtsdatum niedergeschrieben. Die Frage nach dem Grund sparte ich mir, weil die Kommunikation mit ein paar Brocken Italienisch und Englisch eher schlecht als recht funktionierte. Naja, jetzt stehen die Daten wohl in irgendeiner italienischen Datenmüllhalde. Außer natürlich meine alternative Theorie trifft zu, und ich wurde “nur” kontrolliert, um bei den weiteren Kontrollen der auch vielen auf dem Bahnhof anwesenden schwarzafrikanischen Migranten ein Alibi zu haben, kein “racial profiling” durchgeführt zu haben.

Dann ging es wieder zurück nach Lecce, wieder knapp 30 Minuten Fahrt, bei der die Kontrolleurin noch nicht einmal meinen Fahrschein sehen wollte.

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